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MIDI App Orgel

übORGEL - Eine modulare MIDI-App-Orgel für zuhause und unterwegs





Wer Orgel spielen lernt, muss regelmäßig üben. Das geht natürlich erheblich einfacher, wenn man dazu nicht in die Kirche gehen muss. Insbesondere für junge Schüler, die in der Orgelpädagogik verstärkt in den Blick genommen werden, ist der Weg in die Kirche eine erhebliche Hürde. 
Allerdings ist eine (elektronische) Orgel mit einem Anschaffungspreis von mindestens 5.000 € eine kostspielige Angelegenheit – von dem Platzbedarf im heimischen Wohnzimmer ganz zu schweigen. Mietkaufangebote des Handels gibt es – anders als bei Klavieren und Streichinstrumenten – wegen des zu erwartenden hohen Wertverlusts der Elektronik selten. Zudem sind die handelsüblichen elektronischen Orgeln für jüngere Orgelschüler schlecht geeignet, weil der Abstand von Manualen zum Pedal nicht veränderbar und meist zu groß ist.

Die Idee der übORGEL der Diözese Rottenburg-Stuttgart versucht diese Probleme zu lösen: 
    • Die Sitzhöhe und die Höhe der Manuale ist individuell einstellbar und kann so auch von jüngeren Orgel-SchülerInnen genutzt werden
    • Die kostspieligen Tastaturen (Manual und Pedal) und die stetem Wandel unterworfene elektronische Klangtechnik sind getrennt. Als Klangquelle dienen Apps auf dem iPad oder iPhone Dadurch reduziert sich der Wertverlust für die übORGEL.
    • Die übORGEL ist modular. Bei den Nutzern vorhandene Komponenten (Tablet, Notebook, Kopfhörer) könnten verwendet werden. Das Setup ist simpel, man muss letztlich nur das iPhone/iPad an den einzigen Ausgang des Geräts anschließen, besonders computeraffin muss man dazu nicht sein. 
    • Die übORGEL ist für eine Orgel vergleichsweise schlank und verzichtet auf ein ausladendes Gehäuse. Zur Not kann auch mal eine Komponente unterm Bett verschwinden.
    • Durch die Trennung der teuren aber wertbeständigen Tastaturen von der sich schnell ändernden Software wäre es möglich, ein Mietangebot zu realisieren.

Die übORGEL besteht vor allem aus MIDI-Tastaturen (zwei Manuale und Pedal) sowie dem Gestell und der Bank. Die Tastaturen samt der Verkabelung kommen vom italienische Orgelbauer Alessandro Alfieri aus Borgo Vercelli und kosten rund 3.000 € (Dezember 2022):

https://www.pedamidikit.org/index.html

Die Orgelklänge selber kommen von elektronischen Geräten, die per MIDI-Kabel an die übORGEL angeschlossen werden. Im Video hören Sie die Orgel von Stiehr-Mockers-Orgel in Romanswiller aus dem Jahr 1843. Das Sampleset ist von Joseph Basquin und die App von Markus Sigg.
Als Hardware haben sich iPhone oder iPad bewährt, hier funktioniert die Kopplung, die MIDI-Steuerung und die nahezu latenzfreie Klangausgabe reibungslos. Im App-Store gibt ein eine ganze Reihe von Orgel-Apps, die ganz passabel klingen. Einige Apps sind kostenlos, die teureren kosten um die 70 €. Eine Liste der verfügbaren Orgel-Apps gibt es unter

https://polaron.de/Napo/index_de.html

An das Endgerät kann man dann einen Kopfhörer anschießen, das klingt immer am besten, oder auch kleine Aktivboxen. Bluetooth-Kopfhörer funktionieren nicht, bei denen spürt man eine zu große Verzögerung bei der Klangausgabe.

Natürlich könnte man die übORGEL außer zum Üben auch für mobile Einsätze verwenden, als Chororgel, bei Open-Air-Gottesdiensten usw. Dafür müsste man die Beschallung aber über eine entsprechend schlagkräftige PA-Anlage laufen lassen.

Ein Projekt des Amts für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
https://amt-fuer-kirchenmusik.de/


Letzte Aktualisierung: 23.1.2023, 13:44 Uhr
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